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Was haben Brustkrebs, Yoga, Meditation und ketogene Ernährung miteinander zu tun?

Diese Frage stellte ich Stefanie Ebenfeld, Yogalehrerin aus Frankfurt. Ich habe Stefanie noch nie persönlich kennengelernt, verfolge aber schon seit ein paar Jahren Ihren Weg auf Facebook, weil sie so wie ich vor einigen Jahren an Brustkrebs erkrankte, hat mich ihr Schicksal neugierig gemacht. Vor allem als ich mitbekam, dass der Krebs sie 2014 erneut besuchte und sie anfing sich ketogen zu ernähren.
Ich finde das Wissen über jede Ernährungsform, die den Körper auf seinem Heilungsweg unterstützt, für Betroffene und auch deren Angehörige wichtig und deshalb erklärt auch Stefanie wie diese ketogene Ernährung für sie funktioniert.

Vielmehr als man vielleicht denken mag! Obwohl Brustkrebs seit ein paar Jahren leider ein Teil meines Lebens ist, manage ich mithilfe von Yoga, Meditation und ketogener Ernährung die Erkrankung mit all ihren Begleiterscheinungen, bleibe in Balance, meist positiv, im Hier und Jetzt.

Aber vielleicht sollte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Steffi, ich war Betriebswirtin und arbeitete in einer Privatbank. Ich bin verheiratet und habe zwei wunderbare, mittlerweile erwachsene Töchter. Wir lebten ein Leben wie viele junge Familien und dennoch befand ich mich irgendwann in einer Situation, in der ich über lange Zeit immer wieder Stress spürte. Mein Leben glich einem Hamsterrad und es gelang mir kaum mehr abzuschalten oder mich zu entspannen. So beschloss ich 2008, mein Leben zu verändern und absolvierte begeistert eine Yogalehrerausbildung. Ich begann, Yoga zu unterrichten und hatte das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. So hätte es nun gerne bleiben können.

Doch 2011, im Alter von 42 Jahren, erkrankte ich an einem aggressiven Brustkrebs. Meine Töchter waren damals gerade 11 und 13 Jahre alt und unser aller Schock über die Diagnose war riesengroß!

Ich ließ – ohne Zweifel über die Notwendigkeit der Therapie – das komplette schulmedizinische Programm über mich ergehen, inklusive Chemotherapie, Bestrahlung, Antihormon- und Antikörpertherapie, und setzte durch beidseitige Brustamputation und die Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken sogar noch eine Schippe darauf. Und trotz diverser, sehr unangenehmer Nebenwirkungen wie Haarverlust, Übelkeit, Polyneuropathien und einigem mehr begann ich, positiv nach vorne blickend, nach einiger Zeit wieder als Yogalehrerin zu unterrichten, regelmäßig zu joggen, Freunde zu treffen, das Leben bewusst zu leben.

2014 dachte ich für einen kurzen Moment, die akut auftretenden Schmerzen in meinem rechten Schulterblatt könnten von einer Überlastung, einer Verletzung durch die Yogapraxis, herrühren. Doch schnell wurden die Beschwerden so stark, dass mir angstvolle Gedanken in den Sinn kamen. Und tatsächlich wurden bald darauf Knochenmetastasen im rechten Schulterblatt und entlang der gesamten Wirbelsäule festgestellt! Der Schock war noch größer als zuvor, denn auf einmal war ich in den Augen der Ärzte zu einer „unheilbar kranken Palliativpatientin“ geworden, für die es nun nicht mehr um Heilung, sondern um „progressionsfreies Überleben“ging. Eine erneute Chemotherapie mit den bekannten Begleiterscheinungen folgte. Bis heute sind die regelmäßige Gabe drei verschiedener, sich zum Teil in der Wirkung verstärkender, Antikörper und die Antihormontherapie fester Bestandteil meines Lebens.

Doch wie reagiert man generell nach dem ersten Schrecken auf diese extreme, lebensbedrohende Diagnose?

Sicher ist der Umgang mit einer metastasierten Brustkrebserkrankung so unterschiedlich wie die einzelne Situation und wie die betroffenen Frauen selbst. 

Ich kann nur von meinem Umgang mit der Metastasierung berichten:
Ich habe überlegt, was kann ich in meinem Leben noch optimieren, um die schulmedizinische Therapie optimal zu unterstützen.  Neben dem mir bereits bekannten Joggen, dem Yoga und der täglichen Meditation bin ich dann zwangsläufig auf das Thema Ernährung gestoßen. Vom Gefühl her hatte ich mich schon den Großteil meines Lebens gesund ernährt, und dennoch begann ich, mich mit entsprechender Fachliteratur zum Thema „Ernährung und Krebs“ intensiv auseinanderzusetzen. Schließlich beschloss ich, schon während der erneuten Chemotherapie 2014 eine ketogene, also fast kohlenhydratfreie, dafür aber sehr fettreiche Ernährung unterstützend einzusetzen.
Die tägliche Aufnahme der gesamten Kalorien setzt sich bei dieser Ernährungsform wie folgt zusammen: 80 % Fett, 15 % Eiweiß und 5% Kohlenhydrate. Ohne dass ich hier auf die genaue Erläuterung der ketogenen Ernährung und auf den Stoffwechsel einer Krebszelle näher eingehen möchte, sei doch kurz erwähnt, dass die Wissenschaftler, die diese Ernährung bei Krebs empfehlen, davon ausgehen, dass die Krebszelle schnell verfügbare Kohlenhydrate zum Wachstum benötigt und somit von einem Glucosestoffwechsel profitiert. Ernährt man sich dagegen ketogen, so befindet sich der Körper in einem Fettstoffwechsel. Die dabei in der Leber produzierten Ketonkörper können von der Krebszelle kaum genutzt werden und wirken zudem entzündungshemmend. Überzeugt von der gelesenen Fachliteratur verbannte ich alle “ ungeeigneten“ Nahrungsmittel aus dem Vorratsschrank und tue es konsequent bis heute. 

Ich bin davon überzeugt, dass diese Ernährungsweise, mein täglicher Sport, Yoga und Meditation meine schulmedizinische Behandlung sinnvoll unterstützt. Und tatsächlich ist meine metastasierte Brustkrebserkrankung seither – und um ein Vielfaches länger als damals prognostiziert – stabil und ohne weiteren Progress. Dafür bin ich sehr dankbar.

Begeistert von der Ernährungsform habe ich eine eigene Website
(www.steffis-ketokitchen4health.jimdo.com) entwickelt, auf der ich meine Geschichte, Tipps und Rezepte zur ketogenen Ernährung u.v.m. mit Interessierten teilen möchte.

Ich hoffe und wünsche mir, dass jeder Mensch, der von einer Krebsdiagnose betroffen ist, seinen Weg findet, mit der Krankheit umzugehen und das Leben immer wieder zu genießen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Gesundheit und Namaste,

Eure Stefanie Ebenfeld 

Vielen lieben Dank liebe Stefanie für Deinen Artikel und wen die ketogene Ernährung interessiert oder gern einmal eins von Stefanies Lieblingsrezepten ausprobieren will, der findet es hier https://steffis-ketokitchen4health.jimdo.com/rezepte/gnocchis-mit-pesto/

Habt einen schönen Sonntag und schreibt gern wie Euch die ketogenen Gnocchis mit Pesto geschmeckt haben.

Alles Liebe

Astrid


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