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Yoga und Krebs mit Gaby Kammler…ab morgen geht´s los!

Gaby Kammler bietet als einzige Yogalehrerin bundesweit diese Ausbildung Yoga und Krebs an und ab morgen geht’s im Yogazentrum Travemünde mit ihrer Kompaktausbildung los.
Durch meine eigene Krebserkrankung vor 4,5 Jahren weiß ich genau wie wichtig Yoga für mich in der akuten Phase der Erkrankung war und deshalb bin ich schon sehr gespannt und freue mich an der Ausbildung teilnehmen zu können.
Eine Woche werden wir die vielen Aspekte von Krebserkrankungen lernen und wie Yoga helfen kann mit der Erkrankung besser umzugehen.

Heute stelle ich Euch erst einmal Gaby Kammler vor. Gaby kommt aus Köln, hat dort ein Yogastudio und ist international zertifizierte Yogalehrerin (Yoga Alliance RYT-200 sowie 500 h Advanced Teacher) sowie y4c-zertifiziert (Yoga for Cancer). Darüber hinaus ist sie als Gastdozentin für das Thema „Yoga und Krebs“ tätig. Sie unterrichtet verschiedene Yogatraditionen, wie z.B. Sivananda und Ashtanga Yoga, Yin Yoga sowie Elemente aus dem Kundalini Yoga.

Wer bist Du eigentlich? Stell Dich doch einmal mit wenigen Sätzen vor.

Ich bin Yogalehrerin und es ist mir eine Herzensangelegenheit, Menschen mit einer Krebserkrankung mit Yoga zu unterstützen und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Da viele Menschen noch gar nicht wissen, was mit Yoga eigentlich möglich ist, halte ich auch Vorträge u.a. für Mediziner und bilde Yogalehrer für dieses Thema weiter.

Was hast Du in Deinem früheren Leben gemacht, also bevor Du Dein Yogastudio in Köln eröffnet hast?

Ich war mehr als 15 Jahre im wissenschaftlichen Außendienst für große Unternehmen tätig und habe im Laufe der Jahre in vielen verschiedenen Indikationen gearbeitet, zum Beispiel in der Neurologie, Kardiologie, Schmerztherapie und die letzten Jahre in der Onkologie.

Durch eine persönliche gesundheitliche Krise bin ich zu Yoga gekommen. Die Wirkungen des Yoga haben mich von Anfang an fasziniert, ich habe mich nach einer Yogastunde unglaublich stark und ruhig gefühlt.
Damals habe ich einen Yogalehrer gesucht, der Yogastunden auf mich persönlich zuschneidert, damit ich selbst etwas tun kann um gesund zu bleiben, aber zu der damaligen Zeit habe ich ganz Köln niemanden gefunden. Daraufhin habe ich meine Yogalehrer-Ausbildung begonnen, was mit eine völlig neue Sicht auf das Leben und die Zusammenhänge zwischen Körper und Geist geschenkt hat.

Was wolltest Du werden als Du 8 Jahre alt warst?

So ganz genau weiß ich das nicht mehr, aber ich wollte schon immer gern den Dingen auf den Grund gehen und habe mich schon ganz früh für Biologie und Medizin interessiert.

Was würde niemand von Dir erwarten?

Vermutlich, dass ich es bei allen sanften und ruhigen Tönen im Yoga auch gerne mal laut und wild mag. Ich mag laute Musik und fahre gerne Motorrad, früher hatte ich sogar mal ein Dienstmotorrad. Alles was Lebensfreude schenkt, fühlt sich für mich richtig an.

Was kannst Du ganz besonders gut?

Ich glaube, ich kann mich gut in andere Menschen einfühlen und sie dort abholen, wo sie gerade stehen.

Was ist Deine liebste Beschäftigung?

Bei einem guten Essen Zeit mit Menschen zu verbringen, die mir wirklich wichtig sind und mit denen ich mich aus dem Herzen heraus verbunden fühle.

Warum Yoga und Krebs? Und wo hast Du Deine Kenntnisse und Erfahrungen sammeln dürfen.

Meine besten Lehrer waren meine Yogaschüler. Als ich bereits Yoga unterrichtet habe, sind zwei Menschen, die mir am Herzen lagen, an Krebs erkrankt. Mit meinem Wissen aus der Schulmedizin und allem, was ich während meiner Yoga- Ausbildungen gelernt habe, habe ich immer wieder Stunden konzipiert, die speziell auf sie zugeschnitten waren. Dabei ging es ihnen sehr schnell viel besser. Sie fühlten sich körperlich wohler und mental stärker, und es fiel ihnen leichter, die notwendigen Krebstherapien durchzuhalten.
Es kamen immer mehr Krebspatienten in meine Stunden und so habe ich angefangen zu recherchieren, ob wissenschaftliche Studien dazu existieren und welche Empfehlungen und Erfahrungen es gibt. Ich habe alles an Wissen aufgesogen, was ich dazu finden konnte, und dies in meine Stunden einfließen lassen.
Ich habe sehr schöne Feedbacks bekommen und unglaublich gute Entwicklungen gesehen. So hatte zum Beispiel eine meiner Yogaschülerinnen eine schwere Wirbelsäulen-Operation, da sie Knochenmetastasen hatte und wegen der hohen Gefahr eines Wirbelkörperbruchs die Wirbelsäule stabilisiert werden musste. Sie kam Wochen nach der OP wieder zum Yoga und sagte, sie würde nie wieder Drehungen ausführen können. Wir haben ganz sanft angefangen, mit vielen Kissen und Decken und sanften, dynamischen Bewegungen. Nach einem Jahr war der Drehsitz ihre liebste Asana (Körperübung) und sie konnte ihn besser ausführen als jemals zuvor.
Aus dem Wissen um Krebserkrankungen und meinen Erfahrungen mit vielen Betroffenen ist im Laufe der Jahre dann mein Konzept „Yoga & Krebs“ entstanden.

Und vor allem warum bietest Du eine Weiterbildung für YogalerInnen zu diesem Thema an?

Es gibt viele gute und fundierte Yogalehrer-Ausbildungen in Deutschland. Die meisten sind jedoch schon aus Zeitgründen auf das Unterrichten der „Normalbevölkerung“ ausgerichtet. Menschen, die in eine Yogastunde kommen, vertrauen ihrem Yogalehrer und erwarten zu Recht, dass er sich gut auskennt und nur Elemente anbietet, die ihnen gut tun. Menschen mit einer Krebserkrankung dürfen dies in ganz besonderem Maße erwarten, denn sie sind aufgrund ihrer Behandlungen darauf angewiesen, dass ihre besondere Situation berücksichtigt und die Yogastunde auf sie zugeschnitten wird. Dafür ist jedoch ein fundiertes Wissen über Krebserkrankungen notwendig.

Haben Deiner Meinung nach YogalehrerInnen Defizite in diesem Bereich?

Wer Menschen mit einer Krebserkrankung unterrichten möchte, sollte sehr genau wissen, wie es dem Yogaschüler geht und was er berücksichtigen muss. Asanas, die gesunde Menschen als entspannend und angenehm empfinden, wie z.B. die Kindsposition, sind für Krebspatienten oft unangenehm oder gar nicht machbar. Krebstherapien bringen oft schwerwiegende Nebenwirkungen mit sich, die eine normale Yogastunde unmöglich machen. Wenn sich der Yogalehrer gut auskennt, kann er dies berücksichtigen. Viel mehr noch: er kann Yogasequenzen erstellen, die helfen, typische Nebenwirkungen zu lindern. So können z.B. Lymphödeme – Ansammlungen von Lymphflüssigkeit im Gewebe, die sehr unangenehm sein können – durch gezielte Anregung des Lymphflusses in der Yogastunde gelindert werden.

Wichtig ist auch, nicht nur sanfte Stunden anzubieten. Wenn wichtige Behandlungsphasen abgeschlossen sind, ist es sinnvoll unter Berücksichtigung der noch laufenden Therapien wieder neue Kraft aufzubauen und dem Yogaschüler ein neues Körpergefühl zu vermitteln. Am wichtigsten finden die Patienten, dass sie dabei selbst „handeln“, anstatt „behandelt“ zu werden.

Was genau vermittelst Du bei dieser Weiterbildung?

Ich vermittle zunächst ein fundiertes Wissen über Krebserkrankungen, deren Therapien, die Funktionsweise des Immunsystems und die Auswahl der geeigneten yogischen Techniken.
Ebenso wichtig ist die „innere“ Arbeit, z.B. mit Affirmationen und Visualisierungen. Mir ist es ganz besonders wichtig, dass die Yogalehrer verstehen, welche Bedeutung die Meditation hat und was im Gehirn eigentlich passiert, wenn wir meditieren. Wer dies verstanden hat, kann es auch seinen Yogaschülern näher bringen und sie dazu bewegen es auszuprobieren.

Hast du ein Vorbild und jemanden, der Dich immer wieder motiviert, wenn Du vielleicht einmal an Dir zweifelst?

Mein großes Vorbild ist meine amerikanische Kollegin Tari Prinster, die in den USA inzwischen über 1.500 Yogalehrer für das Thema Krebs ausgebildet hat. Sie war selbst von Krebs betroffen und setzt sich auch heute – mit über 70 – noch jeden Tag dafür ein, dass viele Krebspatienten erfahren, was Yoga kann.

Mit Tari zusammen habe ich 2016 in Berlin das erste englischsprachige teacher training zum Thema Krebs in Europa gegeben. Ihr ist es ein großes Anliegen, international einen „Qualitätsstandard“ für Yogalehrer zu schaffen, die Krebspatienten unterrichten möchten. Eine entsprechende Weiterbildung kann auch ein Wegweiser für Ärzte und Patienten sein. Tari ist ein wunderbarer Mensch und immer wieder eine Inspiration für mich, weiter zu machen.

Vielen lieben Dank Gaby für dieses Interview. Wer mehr über die Ausbildung bei Gaby erfahren möchte, kann ihr einfach eine Mail senden:info@yoga-und-krebs.de

Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch und liebe Grüße

Astrid

 

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